In den letzten Monaten konnten die internationalen Kapitalmärkte ihre hohen Niveaus verteidigen. Insbesondere die US-Indizes notieren nach wie vor nahe ihrer Rekordhochs. In Deutschland konnte der DAX sein Allzeithoch nicht halten und pendelte zuletzt heftig zwischen den Punktemarken 11.300 und 12.000.

Der größte Einflussfaktor scheint hier die Währungskomponente zu sein. Ein schwacher Euro verbilligt deutsche Waren im Ausland, wovon unsere Exportwirtschaft profitiert. Ein starker Euro bewirkt genau das Gegenteil. In der letzten Woche beeinflusste die Aussage der EZB, früher als geplant mit dem Anleihekaufprogramm zu beginnen, zusätzlich die Finanzmärkte. Die Aktienkurse zogen an und der Euro/Dollar-Kurs sank weiter.

Ob dieser Umstand allein maßgebend für die jüngsten Kurskapriolen ist, sei aber dahingestellt. Ein definitiver Einflussfaktor ist jedoch die weitere Richtung der US-Zinspolitik. So führten die zuletzt negativ aufgenommen US-Konjunkturdaten, zumindest verbal, zu einer Verzögerung der bereits erwarteten Zinserhöhung der FED. Dies wiederum schwächt den USD zu den anderen Leitwährungen wie den Euro. Die tatsächliche Entscheidung werden wir wohl erst im Sommer dieses Jahres sehen.

Auf der Rohstoffseite konnte sich der Ölpreis (WTI) zuletzt deutlich von seinen Tiefständen von 43,6 USD/Barrel entfernen und notierte zum Redaktionsschluss bei 58,31 USD pro Barrel. Davon profitieren vor allem Länder wie Russland, die einen großen Anteil Ihrer Wirtschaft dem Ölexport verdanken. Ganz anders als Indien, dessen Haushalt vom steigenden Ölpreis belastet wird. Hier trifft das Sprichwort „Des einen Freud ist des anderen Leid“ wie die Faust aufs Auge. Denn diese Divergenz spiegelt sich auch in der Entwicklung der Aktienmärkte wieder. Natürlich spielen dabei auch Aspekte wie Psychologie, Kapitalströme und interne Interventionen eine Rolle. Bei den Edelmetallen wie Silber und Gold ist nach wie vor kein klarer Trend zu erkennen. Seit Monaten pendelt die Goldpreisnotierung um die 1.200 USD pro Feinunze.

Generell zeichnet sich noch kein klares Bild an den Aktienmärkten ab. So ist zwar die Volatilität spürbar gestiegen, aber eine klare Richtung ist dennoch nicht zu erkennen. In der Praxis nehmen wir zuletzt eine zunehmende Risikobereitschaft unserer Kunden wahr. Wir sind jedoch der Meinung, dass man gerade in dieser Zeit das Augenmerk auf eine ausgewogene Allokation legen und sein persönliches Risikobudget nicht außer Acht lassen sollte.