Das Jahr 2016 hätte ein guter Neuanfang sein und das turbulente Jahresende aus 2015 hinter sich lassen können. Stattdessen kam es ganz anders und die globalen Aktienmärkte verbuchten teilweise die stärksten Verluste seit langem.

Seit dem Jahreswechsel geht es weltweit an den Börsen ähnlich turbulent zu wie schon zum Ende 2015. Bereits die erste Handelswoche im neuen Jahr war für den Großteil der Anlageklassen durchaus volatil. Etliche Themen, die gegen Ende 2015 eher untergeordnet waren, rückten erneut in den Fokus. Wachsende Konjunktursorgen in China und Europa, ein sich abschwächendes Weltwirtschaftswachstum und fallende Rohstoffpreise bewegten die Märkte. Erstmals seit fast einem Jahrzehnt beendete zudem die US-Notenbank Fed die Phase des extrem billigen Geldes und leutete damit gleichzeitig einen historischen Kurswechsel ein.

Der Dow-Jones-Industrial-Index fiel seit Jahresanfang zeitweise um ca. 13 Prozent, der Dax sogar um 20 Prozent. Der deutsche Leitindex verzeichnete vergangene Woche bei 8753 Punkten sogar ein neues 14-Monats-Tief. Anleger fürchten eine schwächelnde Weltkonjunktur und eine erhebliche Zunahme von Kreditausfällen im Finanzsektor. Ähnlich sieht es in Asien aus, der Hang Seng sowie der Nikkei 225 verloren 18 Prozent respektive 21 Prozent. Ein erneuter Einbruch bei den Rohölpreisen hat die Anleger in New York verunsichert. Sowohl der Preis für das Nordsee-Öl Brent als auch für die US-Sorte WTI fiel zeitweise unter die Marke von 30 US-Dollar. Auch wenn der Rohstoff seit dem immer wieder zur Erholung ansetzt, die Stimmung bleibt hier sehr negativ. Neben den altbekannten Sorgen über das China-Wachstum, den Ölpreisverfall sowie den Zustand der europäischen Banken blieb die Yen-Rally Hauptbelastungsfaktor.

Von der anhaltenden Unsicherheit konnte allerdings der Goldpreis profitieren. Das Edelmetall konnte in diesem Jahr schon sämtliche Verluste aus dem Jahr 2015 wieder aufholen. Seit dem Jahreswechsel hat der Goldpreis schon um mehr als 16 Prozent zugelegt. Immerhin geht der Anstieg des Goldpreises mit erheblichen Kursverlusten an den Aktienmärkten einher und lässt das Edelmetall als einen „sicheren Hafen“ in unsicheren Zeiten wieder aufleben.

Viele Finanzhäuser und Vermögensverwalter sehen die Perspektiven für den Aktienmarkt dennoch positiv, auch oder obwohl der deutsche Leitindex seit dem Hoch aus April 2015 zeitweise mehr als 27 % verloren hatte. Als Argumente werden erneut die Alternativlosigkeit der Investments und die weiterhin anhaltende Niedrigzinspolitik in der Eurozone und in den USA genannt. Bestärkt wird diese Haltung durch die kürzlich getroffene Aussage der EZB, die Einlagezinsen für Banken weiter zu senken, um somit die Kreditinstitute stärker zur Herauslage von Krediten zu motivieren. Um den Chefvolkswirten einer deutschen Privatbank zu zitieren: „Es ist nicht absehbar, ob und wann wir wieder zur Anlagenormalität zurückkehren, bis dahin bleibt alles spannend und volatil“.