Während die Zinsen in Europa zum Leidwesen vieler Anleger und Banken weiterhin historisch tief sind, wird in den USA im Juni die 2. Zinserhöhung in 2017 erwartet. Anhaltend robuste Wirtschaftsdaten, allen voran die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie die zuletzt gestiegene Inflation, geben der US-Notenbank den nötigen Rückenwind, ihre Geldpolitik weiter zu straffen. Zwar deuten auch die Wirtschaftskennzahlen in Europa auf ein Wachstum hin und die Inflationsrate im Euroraum ist zuletzt mit 1,6 % ebenfalls aufwärts gerichtet, dennoch erwarten Ökonomen hierzulande noch keine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik. Das Festhalten der Zentralbanken an ihrem geldpolitischen Kurs geht jedoch zu Lasten der Sparer. Schließlich sind  ihnen laut einer Studie der DZ-Bank in den letzten fünf Jahren immerhin über 190 Mrd. EURO an Zinsen entgangen. Auf der anderen Seite können sich Anleger von Aktien oder Aktienfonds erfreut zeigen. Schließlich markierte der DAX am 02. Juni 2017 mit 12.879 Punkten ein neues Allzeithoch. Zusätzlich sind auch die Immobilienpreise infolge der niedrigen Zinsen zuletzt in nahezu allen Metropolen weiter gestiegen. An den globalen Aktienmärkten  schaut die derzeitige Situation ähnlich aus. So eilt der breitgefasste US-Index S&P 500, wie auch sein Technologie-Pendant Nasdaq 100, von einem Rekordhoch zum Nächsten. An den asiatischen Märkten hingegen ist die Entwicklung  uneinheitlicher. Der für Hong Kong bedeutende Hang Seng Index nähert sich mit kleinen Schritten wieder seinem Allzeithoch von April 2015. Ähnlich verhält sich auch der japanische Nikkei Index. Was den chinesischen Festlandindex Shanghai Composite anbetrifft, so befindet sich dieser tendenziell eher in einer Seitwärtsbewegung. Auch der Goldpreis konnte sich in den vergangenen Monaten auf keine  einheitliche Richtung festlegen,  was unter anderem mit der positiven Stimmung an den Aktienmärkten zu begründen ist. Durch die allgemein sehr erfreuliche Marktentwicklung glaubt die Mehrheit der Experten weiterhin nicht an größere Rücksetzer oder gar einen Crash. Zu rosig seien mittlerweile die Konjunkturprognosen und   die Profitabilität vieler Unternehmen. Schließlich haben mehr als     75 % der Unternehmen die Markterwartung erfüllt oder gar übertroffen, was sich erneut positiv auf die Aktienkurse auswirkt. Gleichzeitig fehlen Anlegern angemessene  Investmentalternativen. Schließlich seien auch Anleihemärkte keine echte Lösung und auf dem Geldmarkt gibt es kaum oder gar keine Zinsen. Zusätzlich beobachten wir derzeit eine  schier unerschütterliche und positive Grundstimmung der Anleger. Selbst das politische Störfeuer rund um Präsident Donald Trump konnte der positiven Grundtendenz nichts anhaben. Ob diese Gesamtentwicklung fundamental gerechtfertigt ist, oder ob es sich derzeit um eine trügerische Ruhe am Aktienmarkt handelt, lässt sich nur sehr schwer beurteilen, denn für beides gibt es gleichermaßen Argumente. Zum einen ist nach wie vor viel Geld nicht im Markt investiert und könnte so für weitere Nachfrage sorgen, auf der anderen Seite sind auch Gewinnmitnahmen jederzeit möglich. Wenn dies auch noch von negativen wirtschaftlichen und politischen Ereignissen begleitet werden sollte, wäre auch eine längere Korrektur denkbar. Da jedoch keiner in die Zukunft schauen kann, empfehlen wir Anlegern in regelmäßigen Abständen ihr Portfolio zusammen mit Ihren Beratern zu überprüfen. Schließlich könnten Teile des Depots sehr gut gelaufen sein und ein Re-Balance unabhängig von der Marktsituation sinnvoll erscheinen.