Nach dem turbulenten Jahresbeginn, starteten die weltweiten Leitindizes seit Mitte Februar eine fulminante Erholung. Die bedeutendsten Aktienindizes, wie der Dow-Jones-Industrial-Index aus den USA, der DAX sowie der für den asiatischen Raum wichtige Hang Seng, konnten zeitweise um ca. 10 Prozent zulegen. Auch der japanische Nikkei Index wurde von der Erholung an den asiatischen Börsen positiv beeinflusst und entfernte sich deutlich von seinen Verlusten. Von Ihren Tiefstständen konnten sich vor allen Dingen die Rohstoffpreise, wie Öl und Industriemetalle, absetzen. Experten gehen allerdings noch nicht von einer nachhaltigen Trendwende aus. Dafür seien die Aussichten für die Weltwirtschaft noch zu instabil. Vielmehr sei diese Erholung auf Eindeckung von Leerverkäufern zurückzuführen. Ebenfalls zu den wenigen Gewinnern auf Jahressicht zählen Edelmetalle, wie Gold und Silber. Die beiden bekannten Edelmetalle konnten mit Kursen zeitweise um die 1.255 USD bzw. 17 USD/Unze neue Jahreshöchststände aufweisen und seit Jahresbeginn jeweils um ca. 16 Prozent an Wert gewinnen.

Die Erholung an den weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkten verläuft jedoch relativ holprig. Seit einigen Wochen geht es innerhalb einer größeren Handelsspanne auf und ab. Seit dem ist das Börsengeschehen geprägt durch Unsicherheit und größeren Schwankungen. Mal sind es aufkeimende Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft, ein anderes Mal beunruhigt die unklare Richtung der Geldpolitik die Marktakteure. Eine erneute Ausweitung der Liquiditätsschwemme seitens der EZB sorgte an den Märkten für hohe Volatilität. Die Euro- Währungshüter senkten aufgrund anhaltender Konjunktursorgen, sowie einer chronisch niedrigen Inflationsrate, den Leitzins auf einen Rekordtiefstand von 0,00 Prozent und weiteten gleichzeitig ihr Anleihekaufprogramm um 20 Milliarden EUR pro Monat aus. Diese Situation, gepaart mit einer Reihe uneinheitlicher Unternehmens- und Konjunkturdaten, erschwert die Anlageentscheidung der Investoren zusätzlich.In der jüngsten Zeit kam noch das Gespenst über einen möglichen Austritt Großbritannien aus der EU („Brexit“) hinzu. Das Referendum, dessen Ausgang absolut ungewiss ist, wird am 23.06.16 abgehalten.

Zusätzliche Brisanz kommt von den neusten Berichten zu den sogenannten „Panama Papers“, die länderübergreifend politische Schwergewichte, u. a. auch den britischen Premierminister David Cameron, in Bedrängnis bringen könnten. Auch die derzeitigen Verhandlungen zwischen der griechische Regierung und ihren Gläubigern über neue Sparmaßnahmen gerät zunehmend ins Stocken. Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu einer Einigung kommen, droht erneut ein Verhandlungspoker, wie wir ihn bereits im vergangenen Jahr erlebt haben. Als weitere Stichworte seien nur Syrien, Iran – Saudi Arabien, Türkei –Russland und ein möglicher US-Präsident Donald Trump genannt.

Sie sehen einmal mehr, liebe Leser, dass das Börsengeschehen stark von wichtigen politischen Ereignissen geprägt ist.